Offener Brief: Schule darf kein Backofen sein – Sofortmaßnahmen und langfristiger Hitzeschutz für unsere Schulen
An:
Die Stadtverwaltung Gerlingen
Das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg
Die lokalen Abgeordneten und politischen Entscheidungsträger des Gemeinderates
Gerlingen, den 31. Juli 2026
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir wenden uns mit einem dringenden und alarmierenden Appell an Sie: Unsere Schulgebäude sind für die anhaltenden sommerlichen Hitzewellen nicht gerüstet.
Wir fordern den sofortigen und konsequenten Ausbau des Hitzeschutzes an unseren Schulen.
Die Realität in den Klassenzimmern hat in den vergangenen Wochen ein unerträgliches Maß erreicht (z.B. über 36 Grad in Klassenzimmern der Pestalozzi Schule im Dritten Stock/ Südseite, in der die Kinder der Erstklässler sitzen).
Unabhängige Messungen und Plattformen wie die digitale Schul-Heatmap dokumentieren bundesweit Temperaturen von weit über 35 Grad – in Spitzenfällen sogar bis zu 45 Grad Celsius in den Unterrichtsräumen.
Unter solchen Bedingungen ist kein konzentriertes Lernen unmöglich. Allein mein Kind (Pestalozzi Schule) kam an zwei Tagen überhitzt mit Kopfschmerzen nach Hause. Von einer Kernzeitbetreuerin wurde mir bestätigt, dass mehrere Kinder bei ihnen zur Mittagszeit nicht ankamen, auf Grund von Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Übelkeit.
Warum das Problem keinen Aufschub duldet:
Gesundheitsrisiko für Kinder und Lehrkräfte - Extreme Hitze führt zu Kreislaufproblemen, Kopfschmerzen, massiver Erschöpfung und Dehydration. Besonders jüngere Kinder können ihre Körpertemperatur noch nicht so effizient regulieren wie Erwachsene und sind akut gefährdet.
Wir weisen Vorschläge, den Unterricht im Freien abzuhalten oder im Treppenhaus als keine dauerhafte Lösung für die nächsten Jahre zurück. Die Politik und die Stadt muss stattdessen Geld in die Hand nehmen und Schulen als kritische Infrastruktur schützen.
Unsere Kernforderungen an Schulträger und Politik:
Bürokratieabbau bei der Belüftung: Räume müssen über Nacht oder früh morgens in solchen Phasen gelüftet werden.
Klare, verlässliche Regelungen: Einheitliche Richtwerte für den Gesundheitsschutz, die auch für alle Schüler:innen der Oberstufe und das Lehrpersonal greifen.
Weitere Ausweichmöglichkeiten:
wie gekühlte Stadthalle in Erwägung ziehen.
Effektiver Außensonnenschutz:
Klärung und Installation von Außenjalousien, Rollläden, modernen Sonnensegeln oder Schutzfolien an Fenstern
Kühltechnik:
Einbau von Lüftungs- und Kühlsystemen, die idealerweise direkt über Photovoltaikanlagen auf den vorhandenen Schul-Flachdächern betrieben werden/ Klärung für welche Räume, diese Maßnahme unumgänglich ist.
Entsiegelung des Schulhofes Breitwiesenschule:
Baumpflanzungen und Entsiegelungsmaßnahmen auf den Schulhöfen, um das lokale Mikroklima zu kühlen, ganz im Sinne der Initiativen für grüne und zukunftsfähige Schulhöfe. Zudem fordern wir versiegelte Flächen auf den Schulhöfen mit kühlender Farbe zu bemalen. Bsp.: swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/trier/mit-bunter...
Wir erwarten von Ihnen, dass Sie die Thematik für die Gerlinger Schulen erörtern und konkrete Maßnahmen beschließen, um gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden und die Erfüllung des Lehrplans sicherzustellen.
Mit freundlichen Grüßen
Melanie Driehaus (Mutter BWS)
Carolin Franke (Mutter Pestalozzi Schule)