An das Wissenschaftsministerium und die zukünftige Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern
Mit großer Sorge verfolgen wir die Diskussionen über die Einführung von zusätzlichen Verwaltungsgebühren an der Universität Greifswald. Zusätzliche Verwaltungsgebühren sind ein Angriff auf die Chancengleichheit und senden ein fatales Signal an alle jungen Menschen, die sich für ein Studium in Mecklenburg-Vorpommern entscheiden möchten.
Es ist vor allem Aufgabe des Wissenschaftsministeriums, die Hochschulen so auszustatten, dass sie ihren gesetzlichen Auftrag erfüllen können, ohne Studierende mit Verwaltungsgebühren zu belasten. Wenn Hochschulen gezwungen werden, über immer höhere Gebühren nachzudenken, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass die Grundfinanzierung unzureichend ist.
Mecklenburg-Vorpommern steht vor großen Herausforderungen. Der demografische Wandel und der Fachkräftemangel machen es notwendig, möglichst viele junge Menschen für ein Studium im Land zu gewinnen und sie dauerhaft hier zu halten. Zusätzliche Verwaltungsgebühren wirken genau in die entgegengesetzte Richtung. Wer Bildung verteuert, verschärft soziale Ungleichheit. Diese Entwicklung erschwert insbesondere Erstakademiker*innen und jungen Menschen aus Familien mit geringem Einkommen den Zugang zu einem Hochschulstudium.
Die Universität Greifswald ist ein zentraler Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort unseres Landes. Sie braucht eine verlässliche Finanzierung durch das Land und keine Debatte darüber, wie Studierende zur Kasse gebeten werden können.
Wir fordern das Wissenschaftsministerium deshalb auf,
• ein klares Bekenntnis für den Universitätsstandort Greifswald und gegen zusätzliche Verwaltungsgebühren abzugeben,
• die Universität Greifswald finanziell so auszustatten, dass sie auf zusätzliche Gebühren verzichten kann,
• eine verlässliche und auskömmliche Grundfinanzierung zu gewährleisten, die für Planungssicherheit in den Instituten sorgt.
Ein Studium muss sich an den Interessen und Fähigkeiten der Studierenden orientieren, nicht an deren Geldbeutel. Mecklenburg-Vorpommern braucht mehr Studierende und nicht höhere finanzielle Hürden.
Wir appellieren an das Wissenschaftsministerium und an die künftige Landesregierung, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und eine ausfinanzierte Universität dauerhaft zu sichern.
Erstunterzeichner*innen:
Hennis Herbst, ehemaliger studentischer Prorektor
Patrizia Grenz, studentische Prorektorin
Lukas Voigt, ehemaliger studentischer Prorektor
Sophie Tieding, ehemalige Stupa-Präsidentin
Prof. Dr. Uwe Bornscheuer, ehemaliger Senatsvorsitzender
Marie Kamischke
Prof. Dr. Hubertus Buchstein
Melissa Seidel, studentische Senatorin
Dr. Jenny Linek, Gleichstellungsbeauftragte
Henry Weede
Prof. Dr. Ralf Schneider
Edona Ibiši
Kristen Heitmann
Inti Emilio Wackwitz, studentischer Senator
Hannes Jahnel, studentischer Senator